Vor drei Jahren eröffnete der 65-Jährige das erste von
inzwischen sieben "Internetcafes von Senioren für
Senioren" und das achte hat er bereits in Planung für 2003.
Im Sommer diesen Jahres richtete er zusammen mit Professor Rainer
Thome das Programm "CSC-Contact and Science Center" an
der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ein.
Mut macht, wenn Senioren nicht zum alten Eisen gehören
"Ziel dieses Projekts ist es, die Studenten dort mit
ehemaligen Führungskräften aus der Wirtschaft zum
Erfahrungsaustausch zusammenzubringen", erklärt er. Für
dieses Engagement und seine Senioren-Internetcafés erhielt der
65-Jährige am 4. Dezember aus den Händen von Johann Böhm,
dem Präsidenten des Bayerischen Landtags, den mit 10 000
Euro dotierten Bürgerkulturpreis 2002.
"Wir sind stolz, unter 40 Bewerbungen den Preis erhalten
zu haben", sagt Schmidt und betont: "Ohne meine Truppe
mit den vielen ehrenamtlichen Helfern wäre das nie möglich
gewesen." Mehr als 25 Freiwillige hat Schmidt inzwischen um
sich geschart. Sie betreuen die Internetcafés in Würzburg,
Schweinfurt, Aschaffenburg, Ochsenfurt, Marktbreit, Kitzingen und
Marktheidenfeld, kümmern sich um die Buchführung, die Finanzen
und gehen "betteln", wie es Schmidt lakonisch nennt.
"Ohne unsere Sponsoren wäre das alles nicht möglich
gewesen."
Er selbst sieht sich keineswegs als "Oberguru",
sondern packt da mit an, wo es notwendig ist. Hartnäckig und mit
dem ihm eigenen Charme knüpft er Kontakte, erschließt neue
Geldquellen und setzt neue Ideen in die Tat um. "Ich war in
meinem Beruf immer so aktiv und verantwortlich für große
Projekte, da kann ich nicht in den Ruhestand gehen und einfach
nichts mehr tun", begründet er mit einem verschmitzten
Grinsen seine Aktivitäten.
Seine Frau Editha unterstütze ihn wohlwollend und stehe hinter
ihm, sonst könne er das alles gar nicht bewältigen, sagt er.
"Wenn ich zu Hause bin, bin ich sauber aufgeräumt",
lacht der 65-Jährige. "Da sitze ich nämlich vor meinem
Computer."
Noch viel mehr Senioren möchte Schmidt "ans Netz"
bekommen. "Meine Vision ist es, den älteren Menschen das
Internet nahe zu bringen und ein Netzwerk aufzubauen", sagt
er, der das weltweite Netz seit mehr als zehn Jahren beruflich und
privat nutzt und sich alles, was er heute darüber weiß, selbst
beigebracht hat.
"Learning by doing" ist und war seine Devise, und
genau die vermittelt er den Senioren in den Internetcafes auch
heute. "Wir holen jeden da ab, wo er ist und arbeiten mit
ihm", erklärt er. "Und es ist ein tolles Erlebnis, wenn
die Leute nach einer Zeit dann am Rechner sitzen und klar kommen,
ohne dass sie Hilfe brauchen."
So lange er da aktiv sein könne, kenne er keine Langweile,
verrät Schmidt. "Ich kann mir meine Zeit frei einteilen, ich
bin mein eigener Herr, was will ich mehr?"
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